
Über den Thüringer Wald - Frühlingstour ab Erfurt
Man glaubt es kaum, selbst wenn man sein Motorrad am Stadtrand von Erfurt sattelt, kann man traumhafte Touren starten - eine davon führt über den wundervollen Thüringer Wald & retour!
Thüringer Wald
Strecken-Achsen und fertige Touren mit GPX-Route – alles zum Fahren.
Sechs Runden, jede mit Karte zum Nachfahren.

Man glaubt es kaum, selbst wenn man sein Motorrad am Stadtrand von Erfurt sattelt, kann man traumhafte Touren starten - eine davon führt über den wundervollen Thüringer Wald & retour!

Mödlareuth – diesen Ort kannte man zu Zeiten des Eisernen Vorhangs auch als „Klein-Berlin“.

Masserberg, der recht hoch gelegene Ort im Thüringer Wald dürfte bei Motorradfans inzwischen Kultstatus erlangt haben. Dabei erscheint die Gesamtstrecke für engagierte Kurvenräuber sicher recht kurz.

Was haben wir nicht schon alles an Touren rund um den Thüringer Wald veröffentlicht? Aber es finden sich immer wieder neue Strecken, die Motorradfahrerherzen höher schlagen lassen.

Der markante Höhenzug des wundervollen Thüringer Waldes bietet reichlich starke Kurven und kleine Zaubersträßchen für einen ganz großen Motorradtag.

In der Region und um die Rhön und den Thüringer Wald gibt es viel zu erleben.
Etwa 90 bis 110 Kilometer, rund einen halben bis ganzen Tag. Von Brotterode hinauf zum Großen Inselsberg über die Stichstraße ab der L1024, dann weiter Richtung Bad Tabarz und über die Kammstrecken nach Oberhof. Von dort über die kurvenreiche L3247 hinunter nach Zella-Mehlis, mit Abstecher nach Tambach-Dietharz und zur Schmalwasser-Talsperre. Highlight: der Aussichtsturm auf dem Inselsberg mit Fernblick bis Rhön und Harz. Einkehr: in Oberhof oder Bad Tabarz, beides gut versorgt.
Etwa 100 bis 120 Kilometer, ein gut gefüllter Tag. Diese Runde folgt dem Verlauf des mittleren Rennsteigs auf den parallelen Landstraßen, die die Höhenorte verbinden: Schmiedefeld am Rennsteig, Frauenwald, Neustadt am Rennsteig, Masserberg und Neuhaus am Rennweg. Es ist die ruhigere, höhere und waldreichere Variante. Highlight: der heilklimatische Kurort Masserberg und der Blick über die Kammlandschaft. Einkehr: in Neuhaus am Rennweg, wo der Rennsteig mitten durch den Ort führt.
Etwa 80 bis 100 Kilometer. Start an der Wartburg über Eisenach, dann über die B19 südwärts mit der Drachenschlucht als Wanderstopp an der Hohen Sonne. Weiter über die Kurstadt Bad Liebenstein und über die L1027 in die Bergstadt Ruhla, die mitten im Naturpark zwischen Wartburg und Inselsberg liegt. Highlight: die UNESCO-Welterbe-Burg und die enge Drachenschlucht. Einkehr: in Ruhla oder Bad Liebenstein. Hinweis: Die Verbindung läuft hier über B19 und B84 sowie Landstraßen — die B88 gehört nicht in diese Runde.
Etwa 90 bis 110 Kilometer. Ausgangspunkt ist die Fachwerkstadt Schmalkalden mit dem Renaissance-Schloss Wilhelmsburg, das zwischen 1585 und 1590 als Nebenresidenz der hessischen Landgrafen erbaut wurde. Von dort über Floh-Seligenthal Richtung Brotterode-Trusetal zum Trusetaler Wasserfall — in drei Kaskaden der höchste Wasserfall des Thüringer Waldes, künstlich angelegt 1865, über 228 Stufen zugänglich und nur von Ostern bis Ende Oktober in Betrieb. Möglich ist ein Abstecher nach Meiningen im Süden. Highlight: Schloss Wilhelmsburg und der Wasserfall. Einkehr: in der Schmalkalder Altstadt.
Etwa 80 bis 100 Kilometer. Von Ilmenau hinauf zum Kickelhahn, dem 861 Meter hohen Hausberg mit Aussichtsturm und dem rekonstruierten Goethehäuschen, in dem Goethe 1780 sein „Wandrers Nachtlied" mit der berühmten Zeile „Über allen Gipfeln ist Ruh" notierte. Der Goethewanderweg nach Stützerbach ist ein Fußweg; mit dem Motorrad fährt man über die L3004 zwischen Ilmenau und Stützerbach und weiter über Gehlberg in Richtung Schmücke. Highlight: der Kickelhahn-Turm und die Goethe-Spuren. Einkehr: in Ilmenau oder Stützerbach.

Der Rennsteig ist ein Wander- und Skiwanderweg auf dem Höhenrücken, rund 169 Kilometer von Hörschel an der Werra bis Blankenstein an der Saale. Fahren lässt er sich nicht — es ist ein Fußweg, im Winter eine gespurte Loipe. Für die Tourenplanung zählt deshalb nicht der Steig selbst, sondern wo die Straßen ihn berühren. Und das folgt zwei klaren Mustern.
Entweder queren die Straßen den Kamm an wenigen Übergangspunkten, oder sie begleiten ihn parallel als Kammstraßen ein Stück unterhalb der Höhe. Kennt man diese Logik, plant man Runden entlang der Achse statt gegen sie.
Parallel zum mittleren Kamm verbindet eine Landstraßen-Linie die Höhenorte Schmiedefeld am Rennsteig, Frauenwald, Neustadt am Rennsteig, Masserberg und Neuhaus am Rennweg. Das ist die ruhigere, waldreichere und höher gelegene Variante zur Hauptachse — weniger Verkehr, dafür wetterfühlig. An allen Querungspunkten ist ganzjährig mit querenden Wanderern und Radlern zu rechnen, im Winter mit Skiläufern auf der Loipe. Wer oben fährt, fährt auf Sicht und mit Reserve.

Oberhof liegt auf rund 815 Metern mitten im Hauptkamm und ist Deutschlands bekanntestes Wintersportzentrum — Biathlon, Rennschlitten- und Bobbahn, Loipennetz. Was viele bei der Tourenplanung unterschätzen: Der Ort ruht im Sommer nicht. Rennsteiggarten, die ganzjährig geöffnete Skihalle und das Umfeld der Arena machen Oberhof auch in der warmen Jahreszeit zum Tagesausflugsziel.
An schönen Wochenenden und Feiertagen heißt das stockender Verkehr und knappe Parkplätze im Ortskern. Für Fahrer, denen es um die Strecke geht, lohnt der frühe Start oder die Durchfahrt außerhalb der Mittagszeit. Wer nur Kurven will, nimmt die kurvenreiche L3247 hinunter nach Zella-Mehlis und lässt den Ortskern rechts liegen.
Die schnelle Anreise-Achse in die Region ist die A71 — aus dem Norden über Erfurt, aus dem Süden von Schweinfurt und Würzburg her. Unter dem Kamm bei Oberhof läuft der Rennsteigtunnel, mit rund 7,9 Kilometern der längste Straßentunnel Deutschlands, seit 2003 in Betrieb. Nach Eröffnung der A71 wurde die alte Bundesstraße über den Kamm zur Landesstraße L3247 herabgestuft: Der Durchgangsverkehr verschwand im Tunnel, die kurvige Kammstrecke blieb den Motorradfahrern.
Praktisch heißt das: A71 zum Anreisen und für lange Etappen, dann herunter auf die Landstraßen. Im Tunnel gelten die üblichen Regeln — Abstand halten, kein Anhalten, Licht an. Die reizvollen Strecken der Region liegen ohnehin oben auf dem Kamm, nicht unten im Tunnel.

Die Stauseen des Gebirges sind ideale Wendepunkte einer Tagesrunde — aber ihre Zufahrten sind häufig Sackgassen ins Tal, keine Durchgangsstrecken. Wer eine Schleife plant, klärt vorher, ob die Straße am Damm weiterführt oder am Wasser endet. Sonst wird aus der geplanten Runde eine Stichstrecke mit Rückweg auf derselben Spur.
Fahrerisch sind die Talsperren-Straßen reizvoll — Gefälle, enge Radien, wenig Verkehr. Sie sind aber oft schmal und am Wochenende von Wanderern und Ausflüglern belebt. An den Trinkwassersperren gilt: keine wilden Halte im Schutzgebiet, der Beschilderung folgen. Als Kehrpunkt und Fotostopp taugen die Stauseen allemal, als Schnellstrecke nicht.
Öffnungszeit veraltet, Straße gesperrt, Name falsch geschrieben — schreib es hier rein.
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