Beste Reisezeit, Kammwetter und Anreise über A4, A71 und A73
Der Thüringer Wald ist eine ausgesprochene Schönwetter-Region für Motorradfahrer von Mai bis September. In diesen Monaten sind die Hochlagen schnee- und meist auch splittfrei, die Tage lang und die Temperaturen angenehm. Frühjahr und Herbst können fahrbar sein, verlangen aber Vorsicht: Nach dem Winter liegt oft loses Material auf den Kammstraßen, und in den Hochlagen wird es früh kalt und nass.
Das Klima ist rau. Der Gebirgskamm liegt quer zur vorherrschenden Südwestströmung und wirkt als Wetterscheide — am Kamm stauen sich die Wolken und regnen ab, während es dahinter im Thüringer Becken oft deutlich trockener bleibt. Oberhof, auf rund 815 Metern, gilt als „sehr rau": Jahresmitteltemperatur um 4,4 Grad, Jahresniederschlag um 1.300 Millimeter, und Schnee liegt üblicherweise von Mitte November bis Ende März. Wer im Winter anreist, kommt nicht zum Motorradfahren, sondern in ein voll ausgebautes Wintersportzentrum für Biathlon, Skilanglauf und Rodelsport. Selbst im Hochsommer sollte man am Rennsteig auf einen Temperatursturz und Regen vorbereitet sein und eine wärmende sowie eine wasserdichte Lage dabeihaben.
Die Anreise ist unkompliziert. Aus dem Norden und Westen führt die A4 direkt an Eisenach und Gotha vorbei — von dort ist man über die B19 oder B88 schnell im westlichen Waldgebiet. Aus dem Süden und von der Mitte Deutschlands kommt man über die A71, die „Thüringer-Wald-Autobahn", die den Gebirgskamm quert. Ihr spektakulärstes Bauwerk ist der Rennsteigtunnel zwischen Gräfenroda und Oberhof, mit 7.916 Metern in der Weströhre der längste Straßentunnel Deutschlands. Bei Suhl zweigt die A73 Richtung Lichtenfels und Bayern ab. Innerhalb der Region erschließen die B19 von Eisenach nach Meiningen und die B88 von Eisenach nach Ilmenau die wichtigsten Talorte; die kurvigen Kamm- und Verbindungsstrecken laufen dann auf den Landstraßen darüber.
Ein praktischer Tipp zum Schluss: Wer kann, fährt die beliebten Strecken um Oberhof, den Inselsberg und die Schmücke werktags. An Wochenenden und an Feiertagen ist hier deutlich mehr los — mehr Ausflugsverkehr, mehr Motorräder, und genau dann greifen auf einzelnen Strecken auch die zeitweisen Sperrungen für Motorräder. Unter der Woche hat man die Kurven dann oft fast für sich.